• Mechanische Tastaturen: Unterschiede bei den Cherry-Tastern

    Auch wenn schon Windows 8 sowie das kommende Windows 10 die Eingabe via Touchscreen erlauben, gehören die Tastaturen zusammen mit den Mäusen immer noch zu den wichtigsten Eingabegeräten überhaupt, die man wie auch die Kleidung an- beziehungsweise ausprobieren muss, bevor man die die Kaufentscheidung fällt. Während bei den herkömmlichen Tastaturen noch auf die Rubber-Dome-Technik gesetzt wird, fallen bei mechanischen Tastaturen die Auswahlmöglichkeiten um einiges umfangreicher aus, wobei es hier bis zu 5 verschiedene Taster in einem Tastaturmodell geben kann



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    Einer herkömmlichen Tastatur, welche auf die Rubber-Dome-Technik setzt, wird je nach Pflege und Einsatzart eine Lebensdauer zwischen zwei und 10 Jahren nachgesagt, was natürlich nur Richtwerte sind und auch nicht unbedingt auf jedes Modell zutreffen muss. Der große Nachteil, den sich aber alle Rubber-Dome-Tastaturen teilen, liegt in der Schwammigkeit des Tastenanschlags, welcher mit zunehmenden Alter so schlimm werden kann, dass die Tasten irgendwann gar nicht mehr reagieren. Der Unterschied zu den mechanischen Tastern liegt hier ganz klar in deren Anschlagverhalten sowie die Lebensdauer, in welcher diese Anschläge immer und immer wieder in gleicher Form, ohne Verlust ihrer ursprünglichen Eigenschaften, durchgeführt werden können.


    Wenn ihr euch schon einmal für mechanische Tastaturen interessiert habt, werdet ihr auf die Farbbezeichnungen "Black", "Red", "Brown", "Blue" sowie "Clear" gestoßen sein, die allesamt auch noch von Cherry kommen, einem Tastaturenhersteller, der seit Jahrzehnten seine ganze Kraft in die Forschung und Entwicklung von langlebigen Tastaturen gesteckt hat. Oder anders gesagt, wer einmal eine Cherry-Tastatur von damals in den Händen gehalten hat, wird diese kaum wieder hergeben wollen. So einen guten Ruf haben diese Tastaturen.


    Auf den Zug der langlebigen und zugleich robusten Tastaturen sind jetzt auch eine Vielzahl anderer Hersteller aufgesprungen, die allerdings keine eigenen Taster nutzen, sondern gleich die von Cherry, da der Hersteller diese frei verkäuflich anbietet. Da nicht nur im harten Office- sondern auch im Spiele-Alltag robuste und kaum ermüdende Tastaturen benötigt werden, hat Cherry die oben bereits genannten Taster-Modelle "Black", "Red", "Brown", "Blue" sowie "Clear" eingeführt, welche allesamt ein unterschiedliches Ansprechverhalten aufzeigen. Oftmals kommen dann aber die Fragen auf, welcher der Taster der besste sei. Das lässt sich leider unmöglich beantworten, da ein jeder einen anderen Einsatzzweck vorsieht. Die Nutzerprofile können demzufolge vom Vielschreiber bis zum Gamer und vom bequemen "Lässigtipper" bis zum "Grobian" alles mögliche aufzeigen, wonach es letztendlich auch den richtigen Taster auszuwählen gilt.


    Um die Auswahl etwas zu erleichtern, möchte ich euch hier eine Übersicht geben, die nicht nur die unterschiedlichen Taster für den jeweiligen Einsatzzweck beschreiben, sondern auch auf deren Funktionsweise eingehen, damit ihr euch ein genaueres Bild machen könnt, wonach der Kauf, oder die Bedienprobe beim Händler eures Vertrauens einfacher fallen dürfte.



    Taster für Gamer




    Cherry MX Black



    Schalter: Linear

    Umschaltpunkt: nicht spürbar

    Weg bis Schaltpunkt: 2mm ab Ausgangsposition, 4 mm oberhalb Boden

    Klickpunkt: nicht spürbar

    Betätigungskraft: 40-80g, ca. 60g typisch



    Für Gamer stellt der Cherry MX-Black-Schalter die erste Wahl dar, da dieser einen rein linearen (also nicht taktilen) Anschlag aufweist, wodurch sich dieser bestens für Ego-Shooter eignet. Da die Tasten bei solchen Games oftmals komplett angeschlagen werden, ist hier ein fühlbarer Druckpunkt im Normalfall nicht notwendig, teilweise kann dieser auch erheblich störend wirken. Vorteil von dieser Konstruktionsart ist, dass bei einem ungeübten Schreiber weniger Tippfehler passieren, da diese Tasten nur mit einer relativ hohen Betätigungskraft von zirka 60g bedient werden können. Von der Charakteristik kommt dieser Schaltertyp den Rubber-Dome-Tastaturen noch am nächsten, bietet allerdings durch den hohen Federdruck wesentlich mehr Fehlerfreiheit und ein saubereres Feeling. Die Lautstärke hält sich bei der Cherry MX Black in Grenzen, sie ist mit Sicherheit kein Leisetreter, aber lautere gibt es bei Cherry auch noch.




    Cherry MX Red



    Schalter: Linear

    Umschaltpunkt: nicht spürbar

    Weg bis Schaltpunkt: 2mm ab Ausgangsposition, 4 mm oberhalb Boden

    Klickpunkt: nicht spürbar

    Betätigungskraft: Federwiderstand liegt im Allgemeinen bei 45g



    Eine Sonderform der MX-Black-Schalter stellen die hier in Deutschland recht selten anzutreffenden MX-Red-Schalter dar, welche sich im Vergleich zu seinen schwarzen Schwestern durch einen leichteren Druckpunkt auszeichnen und somit eine merklich niedrigere Betätigungskraft benötigen. Allerdings konnten Tastaturen mit MX-Red-Schaltern bis auf wenige Ausnahmen kaum Käufer finden, da durch den leichten Druckpunkt doch eine recht hohe Fehlerrate beim Schreiben auftritt. Somit fristet die MX-Red eher ein Nischendasein.



    Taster für Vielschreiber




    Cherry MX Blue



    Schalter: taktil und mit ausgeprägtem Klickpunkt

    Umschaltpunkt: präzise spürbar

    Weg bis Schaltpunkt: 2mm ab Ausgangsposition, 4 mm Hub

    Klickpunkt: spürbar

    Betätigungskraft: 50g für den Federwiderstand allgemein, ca. 60g zum Überwinden des Schaltpunktes



    Die Cherry-MX-Blue-Schalter stellen in der Bedienung für geübte Vielschreiber quasi die Königsklasse unter den mechanischen Tastaturen dar, da es sich hier um einen sehr taktilen Schalter handelt, welcher neben einem hochpräzisen Umschaltpunkt auch einen Klickpunkt bietet, der für die Finger eine spürbare und für die Ohren hörbare Rückmeldung bietet. Doch wo solche Vorteile liegen, können beziehungsweise müssen zwangsläufig auch Nachteile zu finden sein. Durch die Bauart bedingt, kann der Umschaltpunkt für Ungeübte Schreiber dazu führen, dass bei der Betätigung einer Taste ungewollt Mehrfachklicks generiert werden. In dem präzisen Klickpunkt ist der zweite Nachteil zu finden, da dieser doch für eine relativ hohe Lautstärke sorgt, was gerade im Office-Bereich als störend empfunden werden kann. Allerdings wird sich ein Vielschreiber, der sich erstmal an die durch die Bauart bedingten Vor- und Nachteile gewöhnt hat, nie wieder andere Taster wünschen.




    Taster für Kombinierer




    Cherry MX Brown



    Schalter: taktil

    Umschaltpunkt: spürbar

    Weg bis Schaltpunkt: 2mm ab Ausgangsposition, 4 mm oberhalb Boden

    Klickpunkt: nicht spürbar

    Betätigungskraft: 45g für den Federwiderstand allgemein, ca. 55g zum Überwinden des Schaltpunktes



    Wer die Vor- aber auch einige Nachteile sämtlicher Cherry-MX-Schalter in einer Tastatur vereint sehen möchte, sollte zu den MX-Brown-Tastern greifen, da diese bestätigter weise ein Mittelding zwischen der idealen Vielschreibertastatur und der reinen Zocker-Tastatur darstellt. Beim Drücken der Tasten ist ein leichter Widerstand zu überwinden, der aber die Kontaktauslösung spürbar zurückmeldet. Durch die beiden, sehr eng beieinander liegenden Schaltpunkte kann man ein sehr gutes haptisches Feedback, wodurch sich nicht nur wesentlich schneller schreiben lässt, sondern auch beim Gaming Mehrfachklicks mit einem geringen Hubweg durchaus möglich sind. Im Vergleich zur Cherry MX-Black liegt der Auslösedruck wesentlich niedriger, was für ein noch ermüdungsfreieres Arbeiten aber auch Gaming führt. Einer der großen Vorteile gegenüber der MX Blue ist die verhältnismäßig niedrig ausfallende Klicklautstärke, was Tastaturen mit den MX-Brown-Tastern zur Idealen Tastatur für den Office- als auch Gaming-Einsatz macht.



    Cherry MX Clear



    Schalter: taktil

    Umschaltpunkt: spürbar

    Weg bis Schaltpunkt: 2mm ab Ausgangsposition, 4 mm oberhalb Boden

    Klickpunkt: nicht spürbar

    Betätigungskraft: 55g für den Federwiderstand allgemein, ca. 65g Spitzenwert zum Überwinden des Schaltpunktes



    Die Cherry-MX-Clear-Taster können als leicht „verstärkte“ Version der MX Brown angesehen werden, was sich in einem ausgeprägterem Druckpunkt bemerkbar macht. Dadurch benötigt der Nutzer hier am Ende auch etwas mehr Betätigungskraft, was sich allerdings auch in einer schnelleren Ermüdung der Finger auswirkt. Da diese Tasterart im Grunde kaum Vorteile vorweisen kann, ist sie im Deutschsprachigen Raum, ähnliche wie die MX Red auch viel seltener bis gar nicht anzutreffen.




    Rubber Dome Tastaturen und Exoten



    Rubber Dome


    Die Rubber-Dome-Technik beherbergen die meisten Tastaturen, die keine mechanischen Taster aufweisen. Hier ist eine Gummimatte mit kleinen Kuppeln (Rubber-Dome) verbaut, die einen Tastenanschlag registrieren, sobald die Kuppel ganz heruntergedrückt wird. Doch hier liegt der "Fahler", wenn man ihn als solchen bezeichnen kann. Da Gummi ein Verschleißmaterial ist, welches mit den Jahren spröde und brüchig werden kann, fühlen sich die meisten älteren Tastaturen mit dieser Technik schwammig an. Zudem liest man immer wieder, dass PC-User "unbeabsichtigt" Flüssigkeit über der Tastatur verschütten, was aufgrund der Bauweise der Tastaturen den meisten Gummimatten auf Dauer nicht bekommt. Der Aktivierungsdruck fällt im Vergleich zu den mechanischen Kolegen recht moderat aus.



    Buckling Spring / Knickfeder



    Die Buckling-Spring-Technik gilt als Exot unter den Tastaturen, welche beispielsweise bei der legendären Klacker-Kult-Tastatur IBM Model M vorzufinden gewesen ist. Obwohl der Aktivierungsdruck recht niedrig ausfällt, gibt die Buckling-Spring Feder eine deutliche akustische (Klick) sowie haptische (Taktil) Rückmeldung, was für wenige Fans, Nerds und Vielschreiber die einzig wahre Tastatur darstellt. Allerdings sind diese Tastaturen wohl noch seltener anzutreffen, als es schon Tastaturen mit Cherrx MX Red oder Clear Schaltern sind.



    Fazit:



    Wenn ihr euch eine mechanische Tastatur zulegen wollt und noch gar nicht so recht wisst, was für eine Tasterart ihr bevorzugt, kann euch diese Übersicht zumindest die grobe Richtung vorgeben, eine endgültige Auswahl sowie die Kaufentscheidung müsst ihr selber treffen, wobei ich euch empfehle, euch mechanische Tastaturen beim Händler eures Vertrauens vor ort auszuprobieren. Auch wenn mechanische Tastaturen in der Regel um einiges teurer ausfallen als es bei den Kollegen mit der Rubber-Dome-Technik der Fall ist, so können doch sowohl die jahrelang konstante Qualität als auch das besser abgestimmte Schreibgefühl überzeugen. Als Nachteil für alle, die viel Blink Blink mögen sei zu sagen, dass zum jetzigen Zeitpunkt die meisten der mechanischen Vetreter ohne oder nur mit einer einfarbigen Tastenbeleuchtung auskommen, die allerdings vordefiniert ist. Erste Modelle mit RGB-LEDs, wie die Black Widow Chroma aus dem Hause Razer oder die Venegance K70 RGB aus dem Hause Corsair sind erst vor kurzem auf den Markt gekommen. Da bekanntlich alles Neue auch erstmal mit viel Geld bezahlt werden muss, sind diese mit Preisen ab 160 Euro verhältnismäßig teuer.



    Mit Material von mechanische-tastatur.de und weiteren
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    Mechanische Tastaturen: Unterschiede bei den Cherry-Tastern

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    Meinung des Autors
    Wer sich entschieden haben sollte, auf eine mechanische Tastatur zu wechseln, aber beim besten Willen nicht weiß, welchen Taster er nun nehmen soll, dem kann ich den Cherry-MX-Brown ans Herz legen, denn damit macht man in der Regel nichts verkehrt, da dieser die Vorteile, aber auch einige wenige Nachteile der anderen Tasterarten in sich vereint.Jetzt kommentieren!
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    Kommentare
    1. Avatar von Trahax
      Trahax -
      Ein sehr interessanter und aussagekräftiger Leitfaden, den man sich, wenn der Kauf einer neuen Tastatur anliegt, ruhig noch einmal zu Gemüte führen sollte - ich wusste bisher nicht um die gravierenden Unterschiede die eine Tastatur ausmachen können und anhand dieser Farbkodierung ist sicher für jeden Anwendungszweck die "richtige" Tastatur schnell gefunden...
      Ich persönlich habe erst jetzt angefangen mal bewusst auf Unterschiede bei verschiedenen Tastaturen zu achten - hab auf der Arbeit zwei unterschiedliche Keyboards und hier zu Hause auch die ein oder andere und es ist schon erstaunlich wie das unterschiedliche "feedback" der einzelnen Tasten - wenn man mal bewusst drauf achtet - sich anfühlt...
      Als nächstes werd' ich mal im Fachhandel eine (oder mehrere) dieser "highend" - mechanischen Keyboards ausprobieren und dann mal anfangen zu sparen...
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