• Multi-Display-Screen: was ist beim Aufbau eines Eyefinity-Systems wissenswert und wo liegen die Tücken

    In der Regel, egal ob im privaten oder geschäftlichen Umfeld, bestehen PC-Systeme aus einem einzelnen Monitor für die Bildausgabe, wobei heutige Grafikkarten-Generationen selbst aus der Mittelklasse problemlos zwei oder drei Displays gleichzeitig ansteuern können. Dabei ist vielen Anwendern gar nicht klar, welche Vorteile aus einer solchen Multi-Monitor-Lösung mit teilweise bis zu sechs Monitoren an einer Grafikkarte, entstehen können. Dieser Ratgeber soll etwas mehr Licht ins Dunkel bringen und die wichtigen Fakten erörtern



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    Ein Arbeitsplatz, ausgestattet mit zwei oder mehr Bildschirmen, bietet potentiell eine größere Sichtfläche auf Dokumente, Browser, Tabellen oder gar das Spiel nebenher. Viele User kennen die Problematik wenn mehrere Fenster respektive Programme geöffnet sind und diese immer in der Taskleiste und somit in den nicht sichtbaren Bereich abtauchen, sobald man etwas anderes bearbeitet. Mit mehreren gleichzeitig verwendeten Monitoren lassen sich die häufig genutzten sowie benötigten Anwendungen immer im Blickfeld halten, dies zudem in einer fürs Auge noch erkennbaren Größe, ohne den Überblick zu schnell zu verlieren. Zum Beispiel AutoCAD, Mailprogramm, Office und Browserfenster, sofern diese alle in einem zusammenhängenden Arbeitsprozess genutzt werden. Auch für die Spielergemeinde gibt es mittlerweile viele Vorteile, bei einer Mehr-Monitor-Konfiguration. Wer seine Games besonders große abgebildet sehen möchte, wird ab einer Bildschirmdiagonale von 32 Zoll im Monitor-Segment nicht mehr fündig und muß dann zwangsläufig auf TV-Bildschirme zurück greifen. Diese lösen das Bildmaterial im bezahlbaren Preisbereich derzeit nur mit Full-HD (1920 x 1080 Bildpunkte) auf, was bei 50-Zoll-Diagonale von der Bildqualität her eher Nachteile, als die erwünschten großen Vorteile mit sich bringt. Die derzeit im Aufbau befindliche 4k-Standard (4096 x 2160 Bildpunkte) ist noch nicht für die breite Masse erschwinglich, obgleich erste Fernsehgeräte mit der höheren Auflösung bereits am Markt angekommen sind. Mit einer multiplen Monitor-Lösung kann man Auflösungen von etwa 7680 x 3200 Bildpunkten erreichen, insofern man sechs Monitore mit einer Auflösung von jeweils 2.560 x 1.600 zur Verfügung hat.

    Damit erhöht sich dann auch automatisch der effektive Sichtbereich und es werden auf der bereitgestellten Fläche nicht nur mehr Details abgebildet, sondern vielmehr auch Bildausschnitte die andere so nicht direkt im Blick haben. Bei Simulationen wie Rennspielen oder auch Multiplayer-Shootern kann dies den entscheidenden Vorteil bringen, da man wesentlich mehr von der Umgebung im Spiel im direkten Blickwinkel hat.



    Voraussetzung für Multi-Monitoring:



    Fast alle Desktop-Systeme wie auch Laptops sind heutzutage in der Lage, mindestens einen weiteren Monitor über eine zusätzliche Schnittstelle ansteuern zu können. Dies sogar mit den in Prozessoren von AMD oder Intel integrierten Grafikchips. Wie viele Anschlussmöglichkeiten letztenendes tatsächlich für einen Multi-Monitor-Aufbau zur Auswahl stehen, liegt an der Leistungsfähigkeit der Grafikkarte(n) sowie deren Anzahl im PC.



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    So verfügen aktuelle Mainboards für Intels Haswell- oder AMDs Trinity/Richmond-Serie über einen analogen VGA- einen digitalen DVI- sowie einen HDMI-Ausgang, welche Boardabhängig teilweise gleichzeitig angesprochen werden können.

    Moderne Grafikkarten, selbst weniger leistungsstarke für Office- oder HTPCs, verfügen bereits über mindestens zwei native Anschlüsse, welche parallel genutzt werden können. Die leistungsstärksten Desktop-Grafikkarten für den Consumerbereich können sogar mit bis zu sechs Display-Ausgängen aufwarten, wobei wir an dieser Stelle bereits die Eyefinity-Technik von AMD im Auge haben, als ausgefallene Möglichkeit der Bildausgabe.



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    Bevor jedoch mit dem Gedanken einer multiplen Monitor-Lösung geliebäugelt werden kann, sollte im Vorfeld abgeklärt werden, ob die dafür zum Einsatz eingeplante Grafikkarte in der Lage ist, auch die doppelte, dreifache oder noch höhere Grafikleistung liefern zu können. Gerade für Computerspieler ist eine vor allem flüssige Darstellung vom hoch aufgelöstem Inhalt von immenser Bedeutung und die Anforderungen an Grafikkarten schon mit nur einem Display nicht zu unterschätzen. Wenn die Grafikkarte mit einem Monitor bereits an seiner Leistungsgrenze agiert, dann sollte sicherlich lieber die Karte gewechselt werden oder aber eine weitere angeschafft, anstatt über mehrere Monitore nachzudenken.



    Einrichtung:


    In unserem Beispiel wollen wir einen klassischen Multimedia-Laptop mit einem externen Display verbinden, wobei die Einrichtung eines Desktop-PC mit mehreren Monitoren vom Ablauf her ähnlich abgewickelt wird. Angeschlossen wird der externe Bildschirm mittels einem HDMI-Kabel. Je nach den Monitor- bzw. Grafikkarten-Spezfikationen kann die Anschlussart natürlich auch über VGA, DVI oder DisplayPort erfolgen, wobei gegebenenfalls spezielle Adapter dazu benötigt werden.

    Wir empfehlen das Verbinden der Kabel im ausgeschalteten Zustand der Geräte. Nachdem dann der Laptop in Betrieb genommen wurde, werden schon die ersten Ergebnisse sichtbar, indem der Desktop in unserem Falle gespiegelt erscheint, was bedeutet, dass das Bild vom Laptop 1:1 auf dem externen Monitor wiedergegeben wird. Wir wollen aber erreichen, dass mehr Bildschirm-Fläche zum Arbeiten oder auch Spielen zur Verfügung steht und dazu der sichtbare Bereich des Desktop erweitert dargestellt wird.


    Auf dem Desktop geht man mittels Rechtsklick auf Bildschirmauflösung (Windows 8 User müssten vorher von der Kachel-Optik erst auf den Desktop wechseln):





    In unserem Fall wird dann angezeigt, dass beide Monitore lediglich in HD-Auflösung sowie mit duplizierter Anzeige arbeiten:



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    Als erstes gehen wir auf den Reiter "Mehrere Anzeigen" und markieren "Diese Anzeigen erweitern":



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    Anschließend wurde bei uns automatisch die maximale Auflösung unseres VAIO-Laptops eingerichtet, welcher auch gleichzeitig als Hauptbildschirm fungiert:



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    Da aber der externe Monitor größer als der unseres Laptops ist und mit einer maximalen Auflösung von Full-HD arbeiten kann, werden wird diesen als Haupt-Wiedergabe-Medium deklarieren, was bedeutet, dass die Taskleiste vom Laptopmonitor auf den externen Bildschirm wandert:



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    Jetzt kann es passieren, dass die Bildschirme in falscher Reihenfolge erkannt bzw. angesteuert werden, so dass sich die Maus nicht vom linken auf den rechten Monitor bewegen lässt. Oder wie in unserem Beispiel sich eine große Kante aufgrund zwei verschiedener Bildschirmauflösungen ergibt (1600 x 900 und 1920 x 1.080), an dieser der Mauszeiger beim Versuch des Wechsels von einem auf den anderen Monitor gehindert wird:



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    Um diesen Mißstand zu beheben und die für uns richtige Einstellung zu wählen, lässt sich mit gedrückter linker Maustaste der entsprechende Monitor per Drag & Drop-Technik beliebig verschieben:



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    In unserem Fall setzen wir den niedriger auflösenden Laptop-Bildschirm mittig, zwar entstehen dadurch zwei Kanten, welche aber wesentlich kleiner ausfallen und damit den besseren Kompromiss darstellen:



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    Mit diesem Tutorial sind die Grundlagen für einen Multimonitor-Arbeitsplatz im Ansatz erläutert worden. Der Anschluss eines weiteren Displays geschieht dann auf gleichem Weg und könnte folgendermaßen aussehen:



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    Eyefinity:


    Chiphersteller AMD bietet für seine Desktop-Grafikkarten noch den Eyefinity-Modus an, welcher mehrere Monitore zu einen großen Wiedergabe-Medium für Bildmaterial "vereinen" kann. Im AMD Catalyst-Control-Center als Einrichtungs-Software, welche mit dem AMD-Treiberpaket ausgeliefert wird, gibt es für Eyefinity eine spezielle Funktion zum Erstellen einer Eyefinity-Gruppe:



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    Nach einem Klick auf "Eyefinity Anzeigegruppe erstellen" werden alle am System angeschlossenen Displays aufgelistet, die in diese besondere Gruppe aufgenommen werden könnten. Auf diese Weise kann man sich, insofern genügend Monitore und Leistung der Grafikkarte zur Verfügung steht, einen hervorragenden Multimonitor-Arbeitsplatz oder auch Spiel-Fläche schaffen, welcher mehrere Bildschirme zu einer großen Bildfläche bündelt. In unserem Beispiel haben wir einmal zwei Monitore zusammengefügt, welche dann schon eine Auflösung von 3200 x 1200 Bildpunkte erreicht haben:



    Bild 1 von 2http://www.teccentral.de/artikel-attachments/19579-amd-eyefinity-ccc-2.jpg
    Bild 2 von 2http://www.teccentral.de/artikel-attachments/19578-amd-eyefinity-ccc-3.jpg



    Fazit:


    Wer mit Rahmen im Bild (kleinen Bildunterbrechungen) auch wenn diese noch so schmal sind, leben kann und dazu noch bares Geld sparen möchte, für den ist das Multi-Monitoring eine solide Geschichte, zumal gerade über die Eyefinity-Funktion Auflösungen erreicht werden, die momentan ansonsten nur sehr teuer erworben werden können, siehe 4k-Displays. Somit können auch kleinere Monitore, die man über das einfachere Multi-Monitoring oder Eyefinity miteinander verbindet, vollkommen ausreichen.

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