• Grafikkarten unter 100 Euro: Die Top-Desktop-Varianten für den schlanken Geldbeutel, unsere Empfehlungen

    Grafikkarten gehören durch ihre enorme Rechenleistung, neben dem eigentlichen Prozessor zu den wichtigsten Komponenten in einem Desktop-System. Dabei ist die Auswahl an unterschiedlichen Grafiklösungen durch die integrierten GPUs in AMD- wie auch Intel-CPUs zusätzlich angewachsen und nicht jeder Anwender benötigt dementsprechend eine zusätzliche High-End-Grafikkarte in seinem PC. So lassen sich mit den neueren Prozessor-Generationen sämtliche Büroaufgaben und selbst weniger anspruchsvolle Spiele in mittleren Auflösungen und mit relativ geringen Details anstandslos auch auf größeren Bildschirmen wiedergeben, wodurch eine teure Anschaffung einer dedizierten Grafikkarte eingespart werden kann. In diesem Ratgeber wollen wir uns trotz allem mit den Möglichkeiten befassen, welche der Markt aktuell im Preisbereich unter 100 Euro zu bieten hat, um vor allem Spielern mit weniger finanziellen Mitteln einen Überblick zu verschaffen.



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    Dedizierte Grafikkarten, die sich unterhalb der 100-Euro-Marke wiederfinden, haben auch im Zeitalter von integrierten Grafikeinheiten durchaus ihre Daseinsberechtigung. Diese stellen, vor allem für betagtere PC-Systeme eine kostengünstige Option dar, diese noch einmal mit einem deutlichen Performance-Zugewinn weiter am Leben zu halten. Die Vor- und Nachteile der verschiedensten Grafikkarten-Einstufungen sollen an dieser Stelle näher erläutert und zum Schluss zusätzlich ein paar Empfehlungen von unserer Seite die Kaufentscheidung in einem sehr undurchsichtigen Markt erleichtert werden. Von einer grundlegenden Empfehlung der „Besten“ Grafikkarte unter 100 Euro möchten wir aber dennoch Abstand nehmen, da jeder Anwender andere Einsatzzwecke anstrebt und auch die Ausrichtung des 3D-Beschleunigers sehr unterschiedliche ausfallen kann. Angefangen von der puren Gaming-Leistung bis hin zu einem möglichst niedrigen Stromverbrauch oder aber einer sehr geringen Geräuschentwicklung reicht hier die Spanne. Jedoch sollte hierbei ebenfalls völlig klar sein, dass Grafikkarten im Preisbereich um 100 Euro keine Leistungswunder abgeben. Schneller als die integrierten Grafiklösungen in den derzeit am Markt platzierten Prozessoren sind die ausgelagerten Grafikkarten dieser Preisklasse durchweg.




    Grafikkartenformate:


    Grafikkarten gibt es mittlerweile nicht nur im klassischen Formfaktor, sondern auch für die unterschiedlichsten Nischen-Märkte, also in ganz verschiedenen Abmessungen, um in jedes noch so ungewöhnliche PC-Gehäuse zu passen. Darunter fallen beispielsweise besonders flache Varianten im Low-Profile-Format, welche durch extrem reduzierte Kühllösungen nur halb so hoch aufbauen wie gängige Grafikkarten, andererseits werden Desktop-Modelle hauptsächlich in ihrer relativen Länge und der Breite unterschieden. Anhand des eingesetzten Kühlers lassen sich ebenfalls noch Unterscheidungen fest machen. So finden sich zu den bekannten aktiv gekühlten Grafikkarten auch mehr und mehr völlig lautlose Pixelbeschleuniger mit passiver Kühlung im günstigen Preissegment unter 100 Euro.



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    Bild: PowerColor Radeon HD 6850 Single-Slot


    In Sachen Bauhöhe gibt es Single-Slot, Dual-Slot und sogar Tripple-Slot-Ausführungen, welche sich hinsichtlich des Aufbaus voneinander differenzieren und dementsprechend die Leistungsfähigkeit des Kühlers eingeschränkt wird. Gerade für beengte Platzverhältnisse in Desktop-Gehäusen empfiehlt sich ein Single-Slot-Modell, welches aber aufgrund des auf ein Minimum reduzierten Kühlers logischerweise weniger Abwärme bewältigen kann, als eine Variante mit Dual-Slot oder gar Tripple-Slot-Kühler.



    Grafikkarten mit und ohne zusätzlichen Stromanschluss:


    Ab einer gewissen Leistung des Grafikprozessors benötigt jede Grafikkarte im Desktop-Rechner eine zusätzliche Stromversorgung direkt vom Netzteil, da über den PCIe-Steckplatz des Motherboards maximal 75 W bereit gestellt werden können. Bei der Mehrzahl der passiv gekühlten und einigen wenigen Ausführung mit aktiver Belüftung, in der unteren Leistungsklasse, genügt meistens die Stromversorgung über den PCIe-Sockel der Hauptplatine. Dies macht zudem den zwingenden Nutzen einer komplexen Kühllösung überflüssig, wodurch entweder die Kosten für die Grafikkarte gesenkt werden können oder aber speziellere Ausführungen dieser umsetzbar sind (Low-Profil).



    Die Größe bzw. Kapazität von DDR3- oder GDDR5-Videospeicher:


    Bei aktuellen Grafikkartenmodellen der Einstiegsklasse oder auch noch der unteren Mittelklasse, in dem von uns anvisierten Preisbereich um 100 Euro, sind oftmals unterschiedliche Varianten mit verschiedenen Bestückungen an Videospeicher zu finden. Nicht nur bei der Kapazität (1GB oder 2 GB) lassen sich Unterschiede ausmachen, ebenso werden immer noch günstige Ausführungen mit dem älterem und zudem deutlich langsameren DDR3-Speicher, anstatt mit leicht teurerem aber viel schnellerem GDDR5-VRam bestückt. Sofern beim Kauf nicht jeder Euro den Ausschlag gibt, sollte auch bei den preiswerteren Grafiklösungen auf den neueren Speicher-Standard zurück gegriffen werden, da DDR3-Speicher in Verbindung mit den heutigen GPUs oftmals den Flaschenhals, selbst in weniger leistungsfähigen Grafikkarten bildet.



    Empfehlung von Grafikkarten für Office-Rechner und/oder HTPCs für Multimedia-Anwendungen:


    Für PC-Systeme, bei denen grafische Ansprüche in den Hintergrund gestellt werden und die reine Rechenleistung nicht all zu große Relevanz hat, empfiehlt es sich bei einem leicht höheren Anschaffungspreis in vielen Fällen zu einer passiv-gekühlten Version zu greifen. Diese finden sich mittlerweile auch schon vereinzelt für unter 100 Euro am Markt, wodurch diese sehr interessant für viele Anwender werden. Die Vorteile dieser Grafikkarten-Kühl-Variante liegt ganz klar in der nicht vorhandenen Geräuschentwicklung, wobei hier darauf geachtet werden sollte, das durch das Fehlen des eigentlichen Luftzuges mit Hilfe eines Lüfters auf der Grafikkarte, zumindest im angedachten PC-Gehäuse zum Ausgleich ein Luftaustausch in ausreichendem Maß stattfindet.







    Gaming-Grafikkarten für den kleinen Geldbeutel:


    Grafikkarten für unter 100 Euro sind, sofern man diese sorgfältig auswählt, aktuellen Spieletitel durchaus gewachsen und verfügen über ausreichend Leistung. Abstriche müssen dabei trotz allem in Kauf genommen werden aber für eine Full-HD-Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten mit mittleren bis hohen Details, je nach Spiel und vor allem alter des Games, sind damit durchaus realistisch. Für Extreme Settings, zudem vllt. noch im Multi-Monitor-Betrieb, sowie gleichzeitiger Kantenglättungsverfahren und anisotropische Filterungsverfahren, geht den günstigeren Pixelbeschleunigern aber doch recht schnell die Puste aus.




    Austausch defekter Grafikkarten - Gebrauchtkauf kann sich rechnen:


    Muß eine Desktop-Grafikkarte wegen eines Defektes mal ersetzt oder soll im Zuge einer Aufrüstung mal getauscht werden und stehen für diese Aktion nicht mehr als 100 Euro zur Verfügung, so lässt sich beim Blick sowie anschließendem Zuschlag auf dem Gebrauchtmarkt einiges an Kosten einsparen. Dort lässt sich eine vormals teuer gehandelte Gamer-Grafikkarte oftmals für einen Bruchteil der einstigen Anschaffungskosten erwerben. Zusätzlich darf auch die Wahl auf ein Auslaufmodell beim Händler fallen, denn hierbei können ebenso leistungsfähigere Variante für den Gaming-Einsatz und für vergleichsweise wenig finanziellen Aufwand ergattert werden.



    EVGA GeForce GTX570 Superclocked 1.280 MB GDDR5-Videospeicher 320 Bit


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    HIS Radeon HD 5870 1GB GDDR5-Videospeicher 256 Bit

    Ehemalige Oberklasse-Grafikkarten wie beispielsweise die AMD Radeon HD 5870 oder die GeForce GTX 570 von Nvidia sind mit etwas Geschick oder ein wenig Glück schon für unter 100 Euro zu haben. Beide Modelle verfügen über DirectX 11, GDDR5-Videospeicher sowie Multi-Display-Support und liegen somit nahezu auf Augenhöhe mit aktuelleren Grafikkarten dieser Leistungsklasse. Vorteile liegen darüber hinaus in einer immer noch deutlichst höheren Performance selbst in aktuellen Spielen, als es bei neuen Modellen der 100-Euro-Klasse der Fall ist. Abstriche müssen natürlich beim Energiehunger gemacht werden, denn aktuelle Grafikchip-Generationen verfügen zumeist über optimierte Mechanismen zur Stromeinsparung.



    Fazit:


    Wer tatsächlich in Summe nicht mehr wie 100 Euro für eine Grafikkarte aufbringen kann, für den sind unsere Vorschläge sicherlich bei der anstehenden Kaufentscheidung hilfreich. Obgleich dazu angemerkt sein sollte, das derzeit für rund 30 Euro Aufpreis ein beachtlicher Leistungssprung zu erzielen ist, der sowohl auf Seiten von AMD als auch bei Nvidia-Grafikkarten einen spürbaren Performance-Zuwachs verspricht. AMDs, im direkten Vergleich zu unseren 100-Euro-Klasse-Empfehlungen wesentlich stärkere Radeon HD 7850, wird aktuell noch für rund 130 Euro im Handel gelistet. Da es sich bei diesem Modell aber um ein betagteres Auslaufmodell handelt, sind nur noch vereinzelt Exemplare im Umlauf.

    Ganz ähnlich die Situation im aktuellen Nvidia-Portfolio, wo der Preis-Leistungs-Tipp mit der GeForce-GTX-650 und der GeForce-GTX-650Ti-Boost sogar noch etwas bessere Auswahl bietet, dabei aber in diesem Preissegment mit entsprechenden AMD-Ablegern nicht mithalten kann. Für um die 120 Euro kann hier eine gamingtaugliche Grafikkarte erworben werden, mit welcher für aktuelle Spiele-Titel ausreichend Leistung zur Verfügung steht.



    Wie oft an dieser Stelle angemerkt, steht natürlich auch zum Thema Grafikkarten-Auswahl für weitere Fragen das TecCentral-Forum jedermann und jederzeit kostenfrei offen.

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