Zwei Mauern und eine Decke sind schon zu viel für die 802.11g-Karte - na toll.
Was tun?
Ganz klar: eine draft-n-Karte nachrüsten.
Moment, was ist das überhaupt?
Eine kurze Einführung:
802.11g ist seinerseits der Nachfolger von 802.11b. Während man beim b-Standard auf 11 MegaBit pro Sekunde sitzen bleibt, hat 802.11g immerhin 54 MBit/s zu bieten.
Klar, praktisch wird dieser Wert kaum jemals erreicht.
Oft ist jedoch selbst 802.11g durch Mauern und andere Hindernisse so ausgebremst, dass (wie in meinem Fall) die möglichen 26 MBit/s der Internetleitung nicht einmal ansatzweise durchkommen.
Der betreffende Laptop dümpelte bei rund 6 MBit/s herum.
Draft 802.11n bedeutet nichts anderes, als dass es sich lediglich um einen Entwurf ("draft") der fertigen Technologie 802.11n handelt.
Beworben wird bereits der Entwurf mit 300 MBit/s.
Die tatsächliche maximale Datenrate liegt bei 130 MBit/s.
Bei ansonsten gleichen Bedingungen erreicht ein draft-n-Gerät erfahrungsgemäß etwa 50 MBit/s - genug also für den Breitbandanschluss.
Dann können wir ja ans Eingemachte gehen ;)
Das Ziel meiner Aktion ist es also, eine draft-n-Lösung für ein Acer Aspire Notebook mit 17"-Bildschirm zu finden.
Es stellte sich schnell heraus, dass es zwei MiniPCI-Schnittstellen besitzt, und so war klar, dass eine interne Lösung vorzuziehen ist.
Ein USB-Stick, den man ständig mit sich herumschleppen muss und der zudem noch weit vom Laptop absteht, ist ziemlich unpraktisch.
Karte, Laptop und Schraubenzieher
Alles, was man braucht, ist das Gerät, die neue Karte und ein kleiner Kreuzschlitzschraubenzieher.
Ich verwende die LCS-8231 von Longshine
Die Longshine LCS-8231 ist eine
günstige draft-n-MiniPCI-Karte.
Ich ersetze die standardmäßig verbaute Intel PRO 2200BG-Karte damit.
Bevor es losgehen kann, ein wichtiger Hinweise:
Akku raus!
Bei Laptops ist es nicht wie bei normalen PCs damit getan, den Stecker zu ziehen, denn die Stand-By-Spannung wird vom Akku genauso bereitgestellt wie vom Netzteil.
Akku raus!
Als nächstes muss die Klappe, unter der sich die MiniPCI/MiniPCIe-Slots verbergen, lokalisiert und anschließend geöffnet werden. Sie ist meist mit ein bis zwei kleinen Kreuzschlitzschrauben gesichert.
Weg mit dem Ding
Sobald die Klappe entfernt ist, muss die alte Karte und etwaige andere Karten (wie hier die MiniPCI-DVB-T-Lösung) ausgebaut werden.
Dazu müssen seitlich die Bügel leicht weggedrückt werden:
1 und...
... 2. Klick.
Die Karte schnappt dann schräg nach oben und muss nur noch herausgezogen werden.
Hier ein Vergleichsbild der 802.11g- mit der 802.11n-Karte.
Wie man deutlich sieht, können mit der g-Version lediglich zwei, mit der n-Version jedoch drei Antennen verbunden werden.
Was aber tun, wenn man aufrüstet und eben nur zwei Rahmenantennen zur Verfügung stehen?
Longshine liefert einerseits drei Antennenkonnektoren mit, die man anschließen kann, andererseits können aber auch die vorhandenen zwei Rahmenantennen wunderbar verwendet werden:
Die vorhandenen Rahmenantennen an den linken und rechten Anschluss der 802.11n-Karrte anschließen, den Mittleren leer lassen
Die vorhandenen Antennen werden also an den linken und rechten Anschluss angesteckt, der mittlere Anschluss kann leer bleiben oder mit einer der mitgelieferten Antennen bestückt werden
(dazu muss aber unter Umständen das Laptopgehäuse modifiziert werden, was mit einem Garantieverlust einhergeht!).
Hier kann das Bild in höherer Auflösung heruntergeladen werden, um Details besser erkennen zu können.
Nachdem ihr die Antennen mit den Anschlüssen auf der Karte durch leichtes Drücken verbunden habt, steckt ihr die neue Karte mit geringem, aber bestimmtem Druck in den Slot und dann nach unten, wo die Bügel einrasten sollten.
Fest genug drücken, damit die Karte im Slot sitzt
Überprüft nochmals den Sitz der Karte und schließt danach den Laptopboden wieder.
Dann kommt die Belohnung: Nach der kurzen Treiberinstallation meldet Windows:
"Verbunden - Signalstärke: Sehr gut - Übertragungsgeschwindigkeit: 130 MBit/s".
Geschafft 