• De-Mail bei GMX und Web.de ab sofort kostenfrei nutzbar - Kunden sollten Risiken kennen

    Die Bundesregierung hat mit De-Mail einen Standard für den verschlüsselten und rechtssicheren Mailverkehr verabschiedet. Zwei der Partner, die zu United Internet gehörenden Dienstleister GMX und Web.de, bieten die Dienstleistung für Privatkunden jetzt kostenlos an. Mit den Nachteilen in Bezug auf die Vertraulichkeit sollten sich die Nutzer aber gründlich auseinandersetzen


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    De-Mail konnte bislang noch nicht wirklich viele Kunden überzeugen, wobei vor allem die Kosten die potenziellen Nutzer abgeschreckt haben. Im Rahmen der Computermesse CeBIT haben die Internetdienstleister GMX und Web.de mitgeteilt, dass sie den Dienst jetzt jedoch vollständig kostenfrei anbieten werden. Gemäß der Ankündigung fallen keinerlei Kosten für die Anmeldung und Einrichtung an, und auch der Versand von Standardbriefen wird ab sofort kostenlos abgewickelt. Bisher waren lediglich 5 oder seit jüngstem 10 elektronische Briefe pro Monat kostenfrei, jeder weitere Versand wurde mit 0,39 Euro berechnet, was jetzt allerdings entfällt. Zusatzleistungen wie der Versand eines Einschreibens über De-Mail bleiben jedoch weiterhin kostenpflichtig.


    Über De-Mail sollen sowohl eine sichere Datenübertragung als auch eine einwandfreie Identifizierung von Sender und Empfänger ermöglicht werden, wodurch der Dienst laut Beschreibung als rechtssicher und somit auch als gerichtlich verwertbar gilt. Die Sache hat jedoch ganz entscheidende Haken, denn der Versand der Nachrichten erfolgt nicht mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, obwohl die Anbieter genau diesen Eindruck nur zu gerne vermitteln wollen. Es ist jedoch so, dass die Mails auf den zentralen Servern von De-Mail entschlüsselt und auf Viren gescannt werden, bevor sie in verschlüsselter Form an den Empfänger gehen. Die Entschlüsselung sorgte bereits vor den Enthüllungen von Edward Snowden für Kritik, denn sie ermöglicht staatlichen Stellen, wie auch den Mitarbeitern bei den Serverfirmen, ungehinderten Zugriff auf die Inhalte der Sendungen.


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    Diese Tatsache dürfte nur den wenigsten Kunden bekannt sein, denn in den Hinweisen zu De-Mail wird dies natürlich nicht gesondert behandelt. In der Werbung und auch auf den Hinweisseiten zum Dienst ist lediglich von SSL-Verschlüsselung (siehe Bild oben) und der "Möglichkeit, die De-Mail mit der sogenannten "Ende-zu-Ende-Verschlüsselung" zu sichern" die Rede. Besonders letzteres ist allerdings auch mit jeder normalen E-Mail möglich, dies ist kein besonderer Vorteil von De-Mail. Aus diesem Grund müssen die Aussagen zur Sicherheit von De-Mail überaus kritisch bewertet werden, denn es ist durchaus so, dass aufgrund des vermeintlich hohen Sicherheitsstandards auch extrem vertrauliche Inhalte per De-Mail versendet werden. Wirklich sicher sind die versendeten Nachrichten und Dokumente allerdings nicht, weshalb bei vertraulichen Inhalten die Papierform und der klassische Brief sicherlich der nach wie vor bessere Weg sind. Wer sich über Unsicherheiten bei De-Mail genauer informieren will, dem sei der rund eine Stunde lange Vortrag "Bullshit Made in Germany" des Chaos Computer Clubs ans Herz gelegt.

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