• Kopfhörertypen - der Gesundheitsaspekt ist nicht zu vernachlässigen

    Köpfhörer sollen in erster Form praktisch sein und gut klingen, aber auch die Portabilität sowie nach außen dringende Geräusche sind für viele Nutzer ein entscheidender Aspekt. Dabei vernachlässigen viele Käufer beim Kauf eines Kopfhörers den Gesundheitsaspekt, welcher vielleicht entgegen eines trendigen Aussehens steht


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    Kopfhörer erfüllen im Allgemeinen die Funktion eines Schallwandlers, welcher direkt am Ohr respektive im Ohr anliegt. Durch die Verwendung eines Kopfhörers können sehr hohe Schalldruckpegel erreicht werden, welche folgende Gesundheitsrisiken bergen:


    • Am ungesündesten sind hohe Schalldruckpegel, wenn sie direkt am Trommelfell anliegen, insbesondere bei einer Dauerbelastung. Im Innenohr werden bei der Verarbeitung von Schallreizen stets große Mengen an Sauerstoff, Kalium, Calcium sowie Magnesium benötig, mit denen das Ohr über den Blutkreislauf versorgt wird. Bei einer Dauerbelastung können die benötigten Nährstoffe jedoch nicht mehr in ausreichender Menge durch das Blut versorgt werden, um die feinen Haarzellen im Innenohr zu versorgen. Die Folge ist eine vorübergehende Erschlaffung oder im schlimmsten Fall ein Absterben dieser Häärchen, was im besten Fall zu einem Tinnitus beziehungsweise Schwerhörigkeit, im schlimmsten Fall jedoch zur Taubheit führen kann. In einigen medizinischen Studien wurde bei erhöhtem Schallverarbeitungsaufwand sogar die Entstehung sogenannter „freier Radikale“ festgestellt, welche in seltenen Extremfällen zu einer Tumorbildung beigetragen haben.


    • Ein ebenfalls nicht zu unterschätzendes Gesundheitsrisiko stellt die akustische Abschirmung von der Außenwelt dar. Die gerade von Fahradfahrern gern benutzten In-Ear-Kopfhörer schirmen Außengeräusche derartig ab, dass Autos oder akustische Warnsignale gar nicht mehr wahr genommen werden können.


    • Zum Schutz vor parasitären Kleintieren und Bakterien hat das Ohr einen effektiven Schutz geschaffen, welcher durch das Tragen einiger Kopfhörermodelle nicht mehr gewährleistet werden kann. Das Ohrenschmalz, welches kontinuierlich neu gebildet und nach außen abgeführt wird, hat einen ungünstigen pH-Wert für Keime. Wird jedoch dieser Fluss unterbrochen, können Ohren verstopfen und sich schwer entzünden.



    Wir zeigen jetzt einmal die Vor- und Nachteile der drei beliebtesten Kopfhörertypen auf:



    Der Muschelkopfhörer – Klassiker und gern im professionellen Bereich gesehen


    • Die Ohrmuscheln der Muschelkopfhörer sind größer als die Ohrmuscheln und liegen meist gut gepolstert von außen an den Ohren an.
    • Die Anpassung an die Kopfgröße funktioniert in der Regel ganz gut durch verstellbare Bügel.
    • Muschelkopfhörer haben größere Membranen als andere Typen, was jedoch für einen höheren Eingangswiderstand sorgt, weshalb dieser Typ bei portablen Audioplayern oder Smartphones durch die sinkende effektive Schalleistung sowie erhöhten Akkuverbrauch nicht gern genommen wird.
    • Muschelkopfhörer gibt es in der geschlossenen (das Ohr umschließenden) sowie in einer offenen (auf der Ohrmuschel aufliegenden) Form. Letztere findet aufgrund der starken Außengeräusche jedoch kaum noch Verwendung.
    • Bei der geschlossenen Form der Muschelkopfhörer werden jedoch Außengeräusche weitestgehend abgeschirmt, was im professionellen Bereich wie Tonstudios oder bei Dolmetschern großer Tagungen gern gesehen ist.
    • Offene Muschelkopfhörer liegen in der Regel luftdurchlässig am Ohr an, so dass ein kleiner Teil der Schallenergie nach außen dringt. Das hat zur Folge, dass das Gehör niemals der Gesamtleistung des Audiogerätes ausgesetzt ist, womit zusätzlich Außengeräusche wie Verkehrslärm und vor allem Warnsignale dennoch zum Innenohr durchdringen können.




    Der Earbud-Kopfhörer- der Veteran der 90iger Jahre


    • Die praktischen Earbud-Kopfhörer funktionieren, indem sie vor den Eingang des Hörkanals geschoben werden.
    • Um den Tragekomfort zu erhöhen, befand sich meistens noch ein Schaumstoffüberzug im Lieferumfang.
    • Die Abdichtung des Ohrs von der Außenwelt kann als mäßig betitelt werden, wodurch ein Teil der Schalleistung nach außen entweicht, im Gegenzug aber auch Außengeräusche ins Innere des Ohrs gelangen können


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    Der InEar-Kopfhörer – die neue Generation mit gesundheitlichen Schwächen


    • InEar-Kopfhörer sind in der Regel aus weichem Silikon, um der Tragekomfort zu erhöhen.
    • Sie werden in den Gehörgang gesteckt, was die Schallenergie fast ausschließlich ins innere des Ohrs strahlen lässt.
    • Die Außenwelt wird bei Trägern der InEar-Modelle fast gar nicht mehr wahr genommen. Ebenso gelangen auch keine Schallwellen der Kopfhörer nach außen.
    • Einige Modelle haben zusätzlich einen Schaumstoffüberzug, um Außengeräusche nochmals zu dämpfen.


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    Gesundheitsrisiko der verschiedenen Kopfhörermodelle:

    Aus den oben erwähnten Informationen lassen sich bereits Gesundheitsrisiken ableiten:


    Unsere Empfehlung richtet sich ganz klar an die Muschelkopfhörer, denn sie sind die einzigen, bei denen ein Teil des Schalldrucks nach außen entweichen kann, ohne dass der Fluss des wichtigen Ohrschmalzes gehemmt wird. Aus gesundheitlicher sowie klangtechnischer Sicht ist dieses Modell den anderen eindeutig überlegen.


    Einen Kompromiss findet man in den etwas älteren Earbud-Kopfhörern. Sie verschließen zwar die Gehörgänge, dichten sie aber nicht so stark ab, dass der gesamte Schalldruck auf das Trommelfell geleitet wird, oder Außengeräusche komplett abgeschirmt werden. Aufgrund seiner Abmaße ist dieser Kopfhörertyp ideal für unterwegs, aus gesundheitlicher Sicht jedoch nicht wirklich ideal.


    Nicht zu empfehlen sind die neueren InEar-Kopfhörer, da diese den Gehörgang komplett verstopfen, sodass der Großteil der Schallenergie auf das Trommelfell wirkt. Zudem werden Außengeräusche auf ein gefährliches Maß abgeschirmt. Der Ohrschmalzfluss wird bei längeren Tragen zudem so stark gehemmt, dass Entzündungen die Folge sein können.



    Wer allerdings Kopfhörer verantwortungsvoll einzusetzen weiß, der kann sicherlich jeglichen Typ nutzen. Wichtig ist eine nicht übertriebene Lautstärke sowie ein zu langer Tragezeitraum. Außerdem sollte Lärm nicht durch noch mehr Lärm (Musik) übertönt werden. Das Gehör ist bei einer Beschädigung leider nicht ersetzbar.

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    Kommentare
    1. Avatar von Steelson
      Steelson -
      Sehr interessanter Beitrag Daniel. Allerdings wundere ich mich einwenig warum du nicht auf die neuste Technik der Active Noise Canceling eingehst. Das bauen mittlerweile ja alle großen Kopfhörer- Hersteller in ihre On- Ear Kopfhörer mit ein. Durch diese Technik wird ein Gegenschall prodoziert der den Schall der Außenwelt (Verkehr, Triebwerke, Menschenmassen, etc.) ausgleicht, dadurch wird das Trommelfell geschont und der Träger kann sich voll auf seine Musik konzentieren. Sie sind zwar teuer aber sie sind angenehm zu tragen und nicht zu vergessen zusätzlich gerade eine Modetrend. Ich bin persönlich bin ein absoluter Fan der Monster Kopfhörer Inspiration.

      http://www.amazon.de/Monster-Inspira...er+inspiration
    1. Avatar von maniacu22
      maniacu22 -
      Zitat Zitat von Steelson Beitrag anzeigen
      Sehr interessanter Beitrag Daniel. Allerdings wundere ich mich einwenig warum du nicht auf die neuste Technik der Active Noise Canceling eingehst. Das bauen mittlerweile ja alle großen Kopfhörer- Hersteller in ihre On- Ear Kopfhörer mit ein. Durch diese Technik wird ein Gegenschall prodoziert der den Schall der Außenwelt (Verkehr, Triebwerke, Menschenmassen, etc.) ausgleicht, dadurch wird das Trommelfell geschont und der Träger kann sich voll auf seine Musik konzentieren. Sie sind zwar teuer aber sie sind angenehm zu tragen und nicht zu vergessen zusätzlich gerade eine Modetrend. Ich bin persönlich bin ein absoluter Fan der Monster Kopfhörer Inspiration.

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      ich verstehe dich vollkommen, Steelson. Ich bin auch nicht weiter auf die geschlossenen, halboffenen und offenen Muschelkopfhörer eingegangen, außer diese nur kurz zu erwähnen. Klar hätte ich jetzt die von dir genannte Active Noise Canceling-Technik eingehen können, aber ich wollte eher den Gesundheitsapekt betrachten, als alle möglichen Kopfhörertypen zu erklären ;)

      Und da gehören die Active Noise Canceling mit zu den In-Ear-Modellen, die bei längerem Tragen trotz der Technik (die da ja nur für den Klang, die Lautstärke verantwortlich sind) am gesundheitsbedenklichsten sind. Ja ok, vielleicht hab ich´s auch vergessen zu erwähnen
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