• PC-Reinigung: Clean-Up von Gehäuse, Grafikkarten- sowie CPU-Kühler richtig gemacht

    Der Sommer mit seinen Temperaturen jenseits der 30 Grad steht wieder vor der Tür, wodurch nicht nur wir Menschen mit der Hitze zu kämpfen haben werden, sondern auch der Technik etliches abverlangt wird. Speziell die luftgekühlten Rechnersysteme haben die Eigenart, teilweise als Staubsauger zu fungieren, wodurch sich nicht nur die Lüfter, sondern auch die Kühlkörper und gegebenenfalls die Staubfilter derart mit Dreck zusetzen, dass die vormals bezweckte Kühlung nicht mehr eintreten kann, ja sogar den Hitzetot einzelner Komponenten bewirken könnte. Um dieses Worst-Case-Szenario zu vermeiden, möchte ich euch noch einmal rechtzeitig diesen Ratgeber ins Gedächtnis rufen





    Original-Artikel vom 13.06.2013 17:13 Uhr


    Wir wollen euch hier an einem Beispiel erläutern, worauf es beim Reinigen eines PCs ankommt, das viele Nutzer gerne vernachlässigen und die Auswirkungen die daraus resultieren, gerne unterschätzen. Als Beispielrechner diente bei uns ein sehr betagter AMD 64 in einem Chieftec CS601-Gehäuse, welches stellvertretend für alle anderen Computer gilt.


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    Vorbereitung:

    Viele Nutzer haben neben einem Drucker, Maus und Tastatur vielleicht noch einen Scanner (falls kein Multifunktionsgerät), Audio-Kabel, ein Mikrofon und/oder eine Webcam, Joystick, Gamepad und vieles mehr am Computer angeschlossen. Otto-Normal-User kann bei der Vielfalt der Peripherie und den unterschiedlichen Ansteck-Plätzen am Motherboard schnell durcheinander kommen. Daher ist es vor einem abstecken der Geräte für unerfahrenere ratsam, um sich im Nachhinein beim wieder anstecken nicht zu verzetteln, die Positionen zu merken bzw. zu notieren. Weitere Möglichkeit wäre auch die Kabel mit Kreppband zu beschriften, um die Verwechslung zu vermeiden. Zudem sollte vor allen Arbeiten an einem Computer, wie bei anderen Elektrogeräten auch die Stromversorgung getrennt werden und der Schalter des Netzteils in die Aus-Stellung gebracht werden. Ein sinnvoller Platz zur Reinigung des Probanten ist ein Tisch, da man dort auf einer optimalen Höhe arbeiten kann.


    Werkzeuge:

    Je nach Verschmutzungsgrad sind mehr oder auch weniger Hilfsmittel für eine ordentliche Durchführung nötig. Die wichtigsten Utensilien zur Reinigung findet ihr in folgender Liste

    • Kreuzschraubendreher in diversen Größen
    • ein großer weicher Pinsel
    • Druckluft, entweder aus einem Kompressor oder aus der Dose (Dosen gibt es auch im Elektronikfachmarkt)
    • Viele Tücher (können aus Stoff oder aber auch Küchenrolle sein, empfehlen würden wir aber an dieser Stelle weiche Baumwoll-Materialien)
    • Eine Flasche Glas- bzw. nicht zu aggressive Alles-Reiniger
    • Wärmeleitpaste (um die alte gleich auszutauschen)
    • Spatel (für die Wärmeleitpaste), wenn kein Spatel vorhanden, reicht auch ein Stück Papier
    • Feuerzeugbenzin, Aceton, Reinigungsalkohol oder auch Nagellackentferner
    • Bei stärkerer Verschmutzung einen Staubsauer mit schmaler Düse


    Die Reinigung

    Bevor wir beginnen, sollten alle möglichen Türen/Klappen/Fenster oder andere Anbauteile des Gehäuses entfernt werden. Bei vielen moderneren PC-Gehäusen sind mittlerweile Rändelschrauben zu finden, andere höherwertigere Gehäuse haben sogar durchdachte schraubenlose Mechanismen, bei älteren oder einfacheren komplett PCs sind die Seitenwände jedoch mit klassischen Kreuzschrauben befestigt. Diese gilt es zu allererst zu entfernen, damit das Gehäuseinnere frei zugänglich gemacht wird.


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    Wir haben schon schlimmer gewartete Gehäuseinnenleben gesehen, da gehört unser CS601 eher ins gute Mittelfeld, aber nichtsdestotrotz lässt sich auch hier einiges verbessern.

    Als nächsten Schritt haben wir die Frontblende entfernt und trotz das dieses Gehäuse dort keine Lüfter (mehr) besitzt, kann man erkennen, wie viel Staub und Dreck im laufe der Zeit angesogen wurde und sich nagesammelt hat. Ein reibungsloser Luftaustausch ist an dieser Stelle schon nicht mehr gegeben, stellt aber sicherlich noch keine besorgniserregende Situation dar. Hier kann man entweder gleich den Staubsauger für die Beseitigung des groben Schmutzes zum Einsatz bringen oder aber mit dem weichen Pinsel als Vorarbeit zu Werke gehen, was nach dem Staubsaugereinsatz sowieso noch anstehen würde.


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    Nachdem wir den Dreck grob gelöst und entfernt haben, steht es einem Frei, ja nachdem wie sauber man seinen Rechner am Ende haben möchte, den „Feinstaub“ mit einem weichen Lappen und Zuhilfenahme des Glasreinigers oder der etwas weniger aggressiven Seifenlauge zu entfernen. In unserem Fall ist der Teil des Lufteinlasses gesäubert.

    Im hinteren Teil des Gehäuses, wo sich die Lüfter sowie das Netzteil befinden, sollte ebenfalls eine gründliche Säuberung erfolgen, bevor die verdreckten Lüfter eine unangenehme Geräuschkulisse im Betrieb entwickeln oder sogar komplett ihren Dienst quittieren. Dazu werden die Propeller (hier 80-Millimeter-Modelle) aus der Halterung genommen und die Rotor-Blätter erstmal grob mit dem Pinsel bearbeitet. Anschließend kann man die Flügel noch mit einem feuchten Tuch (Glasreiniger) in einen nahezu neuwertigen Zustand bringen und so auch die Lebensdauer steigern. Wichtig, bevor wir die Lüfter wieder endgültig montieren, ist die Reinigung der perforierten Lüfteröffnung, an dieser sich auch eine Menge Staub ablagert, nicht zu vergessen. Einige der hochpreisigeren Gehäuse verfügen zwar mittlerweile über Staubfilter vor den Frischluft-Öffnungen aber selbst diese sollten in regelmäßigen Abständen gewartet werden und die Lüfter gereinigt.

    Nachdem wir uns um sämtliche Gehäuselüfter und den Innenraum des PCs gekümmert haben, kommen wir zu den Komponenten, welche über ausgeklügelte Kühlkörper im Zusammenspiel mit Lüftern diese vor Überhitzung schützen.


    Die Grafikkarte:

    Empfehlenswert ist es, die Grafikkarte für die Reinigung komplett aus dem Gehäuse zu entfernen, da man erstens einen einfacheren Zugang zu allen Bauteilen bekommt und zweitens den Schmutz nicht gleich wieder ins "frische" Gehäuse verteilt. Zum Ausbau ist es notwendig, die zusätzliche Stromzufuhr zu entfernen sowie die Arretierung am Kartenslot zu lösen. In unserem Fall zwar noch der veraltete AGP-Standard, aber bei PCIe-x16-Steckplätzen am Motherboard gibt es diese Arretierungen zumeist ebenfalls.

    Als erstes sollten wie die Grafikkarte ebenfalls mit einem weichen Pinsel von groben Verschmutzungen befreien, hier empfiehlt sich zusätzlich noch der gezielte Einsatz von Druckluft (Kompressor oder Dose), um die sensible Technik nicht zu beschädigen. Hierbei sollte aber darauf geachtet werden, vor allem in Verbindung mit einem Kompressor, das der verwendete Druck nicht zu hoch gewählt wird und auch nicht zu punktuell eingesetzt wird.


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    ACHTUNG, nur für Fortgeschrittene!!!!
    Wer wie in unserem Fall, schon Erfahrungen mit optionalen Grafikkarten-Kühllösungen aus dem Zubehör-Markt gemacht hat, kann diesen für ein noch gründlicheres Reinigungsergebnis auch komplett entfernen und in seine Einzelteile zerlegen. Zugleich lässt sich so die Wärmeleitpaste erneuern, um die Kühlleistung unter Umständen (je nach Alter und Qualität der Ursprungs-Paste) zu optimieren. Resultat ist eine saubere und fast neuwertige Grafikkarte, die noch einige Jahre länger durchhalten dürfte.

    Der Prozessor:

    Ähnlich wie auch bei der zuvor abgehandelten Grafikkarte empfehlen wir diesen erweiterten Schritt nur Usern, welche sich zumindest in Teilen auskennen und dem Risiko bewußt sind! Für alle, die sich solche einen mittlerweile nicht mehr all zu anspruchsvollen Arbeitsgang nicht zutrauen, sollte die einfache Reinigung mittels Pinsel und Luftdruck auch völlig ausreichen.

    Um auch hier ein verbessertes Reinigungsergebnis zu erhalten, haben wir kurzerhand den CPU-Kühlkörper vom Sockel abgenommen und dort lässt sich deutlich erkennen, dass selbst unterhalb des Kühlkörpers, neben dem Sockel (in unserem Fall der betagte Sockel 939) mehr als genug Schmutz angesammelt hat, den man ohne das Entfernen nicht beseitigen hätte können. Zudem ist offensichtlich, dass die Wärmeleitpaste ihre besten Tage hinter sich gelassen hat und eine „Neubestückung“ mit WLP (Wärmeleitpaste) sicherlich nicht falsch oder überflüssig ist.


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    Den CPU-Kühlkörper haben wir mittels Pinsel und Druckluft absolut sauber bekommen. Der Lüfter des Kühlers wurde ebenfalls mittels Druckluft und anschließend mit einem feuchten Tuch vorsichtig gereinigt. Mit diesem Tuch haben wir ebenfalls die groben Reste der Wärmeleitpaste entfernen können. Mittels Druckluft und unter Zuhilfenahme des Pinsels haben wir den Schmutz rings um den Sockel, in der nähe der Kondensatoren und Spannungswandlern beseitigen können. Vor der Montage des Prozessor-Kühler die Grundplatte von Kühlkörper und Wärmeleitblech der CPU von fetthaltigen Rückständen mit einem leicht befeuchteten Tuch (Reinigungsalkohol, Feuerzeugbenzin, etc.) säubern und anschließend Wärmeleitpaste mittels Spatel bzw. gefaltetem Papierstreifen dünn aufgetragen. Erst dann den sauberen Kühlkörper wieder vorsichtig aufsetzten und befestigen. Nicht vergessen die Stromversorgung des Lüfters mit dem Board wieder zu verbinden und schon erstrahlt alles in neuem Glanz.


    Restliches Gehäuse reinigen:

    Wenn Bedarf besteht, kann man das Netzteil auch mittels Druckluft einer Reinigung unterziehen. Anschließend ist noch der Gehäuseboden dran, da sich dort der meiste Schmutz ansammelt. Den Boden sowie andere Gehäuseteile lassen sich mit einem feuchten Tuch (Fit-Wasser) einfach abwischen. Je nach Gehäuse, verbauten Komponenten sowie Netzteil (modular/non-modular) kann man vor der finalen Fertigstellung in einem Abwasch die Kabel noch sauber sortieren und mit Kabelbindern fixieren, um einen besseren Luftstrom im Gehäuse zu gewinnen. An heißen Sommertagen oder im harten Spiele-Einsatz (abwärmeintensiv) wird der gereinigte und aufgeräumte PC und die darin montierten Komponenten diese Optimierungen auf jeden Fall zu würdigen wissen.


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    Zum Abschluss werden alle entfernten Anbauteile des Gehäuses wieder montiert und auch alle Peripherie-Kabel wieder an die angestammten Plätze des Motherboard-I/O-Panel angeschlossen. Das Netzteil mit Strom versorgen und alles sollte gut gewappnet und besser als zuvor, seinen Dienst verrichten auch an heißen Sommer-Tagen.


    Wir hoffen, dass die hier niedergeschriebenen Informationen ausreichen, um eure Rechner nicht nur fit für den Sommer zu machen, sondern auch zu einer Verlängerung der Bauteil-Lebensdauer beitragen. Für weitere Erläuterungen oder auch erweiterte Ausführungen der einzelnen Arbeitsschritte, steht das TecCentral-Forum immer mit Rat zur Seite!


    Euer TecCentral-Team

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    Meinung des Autors
    Frühjahrsputz ist angesagt. Das betrifft nicht nur die Fenster, Möbel oder vielleicht auch das Auto, sondern auch die oftmals teure und sensible Technik wie den Heimcomputer. Gerade wenn der PC jeden Tag läuft, sollte dieser abhängig von den Umgebungsbedingungen mindestens 2x im Jahr einer gründlichen Reinigung unterzogen werden.Jetzt kommentieren!
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